Täglich laufen … – wie bekloppt ist das denn?! – ein Zwischenbericht nach 65 Tagen und rund 500 Km.

Verletzungs- und erkältungsbedingt musste ich meine Laufaktivitäten Mitte Oktober letzten Jahres einstellen. Erst plagten mich Probleme an beiden Achillessehnen und im Anschluss war ich recht hartnäckig erkältet. Der Oktober war als off-season Monat geplant, allerdings wären ein paar REKOM-Läufe sicher sinnvoll gewesen, um etwas die Form zu erhalten. Nach einer Laufpause von zweieinhalb Monaten war es am 1. Januar 2017 dann soweit, der erste Lauf nach über 10 Wochen.

Das Gefühl des ersten Laufs nach so langer zeit war erstaunlich gut, wenngleich die Form natürlich fehlte.  Überhaupt wieder zu laufen war erstaunlicher weise ein gutes Gefühl. Läuferisch gesehen war ich immer ein ganz kleines Licht in der großen Kathedrale des Laufsports und ich habe nie so richtig  Freundschaft schließen können. Im Schulsport waren es eher die kurzen Sprints die mir lagen und später hielt mich das üppige Gewicht und mangelnde Motivation vom aktiven Laufsport ab. Laufen insgesamt und vor allem längere Strecken waren nie etwas für mich. Zu beginn meiner Triathlon Karriere konnte ich keine 5 Km durchlaufen und musste mir die Distanzen von 5 Km bis zur Königsdisziplin des Marathons mit 42,195 Km hart erarbeiten. Von den drei Disziplinen des Triathlons ist Laufen mit abstand meine schlechteste Disziplin, wobei ich auch beim Schwimmen und Radfahren auch keine gute Figur abgebe ;-).

Warum also täglich laufen? Wieso um Himmels willen tut man sich das an? Nach dem ersten Lauf am 1. Januar 2017 fühlte ich mich so gut, das ich tags darauf gleich wieder laufen war. Am dritten Tag war es  dann ähnlich wie an den beiden Tagen zuvor und ich beschloss, nun täglich zu laufen. Ich habe meine Einstellung zum Laufen verändert und es gehört jetzt zu meinem Leben dazu wie täglich zu essen oder zu schlafen. Der Vorteil des täglichen Laufens ist, das ich mir nicht mehr in Frage stelle, ob ich heute noch laufen werde oder wegen des Schweinehunds mal ein Lauf sausen lasse. Nein, ich laufe täglich und das nun seit 65 Tagen mit nunmehr rund 500 Km. Zum Vergleich, im gesamten letzten Jahr waren es gerade einmal 600 Km. Gut, sportlich gesehen ist das letzte Jahr nicht gerade repräsentativ, da es insgesamt von den Umfängen und auch von der Anzahl Wettkämpfe etwas gering ausgefallen war. Nach 5 Jahren Triathlonsport habe ich mir letztes Jahr mal ein Sabbatjahr gegönnt,  trainiert nach Lust und Laune und an Wettkämpfen teilgenommen, wenn das Wetter gut war.

Aber zurück zum täglich laufen. Am meisten überrascht mich selbst, das es orthopädisch bisher keine Auffälligkeiten gibt. Die alten Knochen und Sehnen des Plumpsack’s halten. Natürlich habe ich nach langen Läufen auch schwere Beine und meine Waden sind gelegentlich etwas verhärtet, aber durch ausgiebiges Dehnen und Faszientraining habe ich das ganz gut im Griff. Die Gefahr einer Überlastung und eines Übertrainings besteht natürlich latent immer. Umfänge und Intensität müssen variieren und langsam gesteigert werden. Regenerationsläufe und Entlastungswochen helfen dabei, den Körper nicht zu  überlasten. Im Moment scheint meine Herangehensweise zumindest ganz gut zu funktionieren. Was sagen Experten zum täglich laufen? Herbert Steffeny (Autor: „Das große Laufbuch“) hält beispielsweise nichts davon. Er und andere Fachleute sind sich einig darüber, das man zunächst nicht mehr als 3-4 Mal die Woche trainieren/laufen sollte.  Es wird immer darauf hingewiesen, das Regeneration, Entlastung und Ruhetage für den Körper extrem wichtig sind, um den Körper nicht zu überlasten und Verletzungen zu vermeiden. Regeneration wird immer als Teil des Trainingsprozesses gesehen.

Wie geht es bzw. läuft es weiter? Ich bekomme oft die Frage gestellt, wieviele Läufe ich geplant habe. Die Frage kann ich nicht beantworten, da ich keine feste Zahl von Läufen geplant habe. Ich werde weiter täglich laufen, bis mich Sachzwänge oder Verletzungen daran hindern werden, bis dahin laufe ich einfach weiter. Es gibt natürlich auch Tage, da habe ich auch keine besondere Lust die Laufschuhe zu schnüren. Genau an diesen Tagen dann doch zu laufen trainiert nicht nur den Körper, sondern auch den Geist und die mentale Stärke. Ich bin fest davon überzeugt, das mir diese mentale Stärke auch bei meinem ersten Ironman helfen wird, insbesondere dann, wenn man meint es geht nicht mehr und man müsste aufgeben.

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